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Interview16. September 2026·Micro-Interview Series · Matthias Werner

Datensilos im Profisport auflösen

Micro-Interview #53 mit Matthias Werner: wo Vereinsdaten stecken bleiben, warum doppelte Erfassung und unverbundene Systeme mehr Schaden anrichten, als es scheint, und wie ein kleines Digitalbudget sinnvoll eingesetzt wird. Profivereine brauchen nicht immer eine weitere Plattform; oft liegt die größere Chance darin, die Übergaben zwischen den Systemen und Abläufen zu verbessern, die sie bereits haben.

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Im Interview beschreibt Boštjan Korošak zwei Arten von Silos. Die erste liegt zwischen den Systemen: Ticketing, Mitgliedschaften, Onlineshop, Website, App und CRM enthalten nützliche Fandaten, kommunizieren aber oft nicht miteinander, sodass derselbe Fan als mehrere verschiedene Personen erscheint. Die zweite ist einfacher, aber sehr verbreitet: Papier, Excel und doppelte Dateneingabe, bei der jede Übergabe Zeit kostet und eine weitere Fehlerquelle schafft.

Eine universelle »günstigste Verbindung« gibt es aus seiner Sicht nicht. Zuerst gilt es, den Ablauf zu beobachten – wo dieselbe Information zweimal erfasst wird, wo Menschen aufeinander warten, welche Übergabe am häufigsten vorkommt –, dann den Prozess zu vereinfachen und zuerst den kleinsten Teil mit dem größten Nutzen zu beheben. Am häufigsten automatisiert wurde die doppelte Datenverarbeitung; im Jugendfußball kann ein einfaches digitales Formular, das mit einem zentralen Datensatz verbunden ist, Papierformulare, Excel-Dateien und Telefonanrufe ersetzen und über eine Saison Dutzende Stunden sparen.

Mit kleinem Budget und einer Saison würde er den ersten Teil darauf verwenden, den Verein zu verstehen, bevor etwas gekauft wird, und dann wenige Verbesserungen wählen: mindestens eine, die einen echten internen Engpass beseitigt, und eine, die Fans tatsächlich spüren. Bewusst nicht investieren würde er in Technologie, nur weil sie modern wirkt – keine neue App, kein kompletter Website-Neubau, kein teures CRM und keine KI-Funktionen, sofern die Analyse nicht ein klares Problem zeigt, das sie lösen.

Kernpunkte
  1. 01Zuerst den Ablauf verstehen, vereinfachen und erst dann automatisieren oder integrieren, wo es klaren Nutzen bringt.
  2. 02Den kleinsten Teil mit dem größten Nutzen zuerst beheben, statt alles in einer Saison umzubauen.
  3. 03Ein funktionierendes System nicht ersetzen, nur weil es sich schlecht verbinden lässt – die Integration zu verbessern ist meist günstiger und weniger störend.
  4. 04Technologie nicht kaufen, weil sie modern aussieht, sondern weil sie ein klares Problem löst.